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Neue Form der Nachbarschaft: die Probstheidaer 91 zeigt, wie´s geht
Gute Adresse 2011: Die Hausgemeinschaft Probstheidaer Straße 91
Viele Jahre verzeichneten Sozialwissenschaftler eher einen Rückgang der nachbarschaftlichen Beziehungen hin zu einem Wunsch nach Selbstbestimmung. Doch seit einiger Zeit erlebt die Nachbarschaft in Städten eine Renaissance, denn Gemeinschaft verspricht soziale Stabilität und ein Gefühl von Heimat. Menschen suchen wieder soziale Nähe und Austausch – Initiativen wie das bundesweite Netzwerk Nachbarschaft erleben einen Boom. Auch die demografische Entwicklung prägt das Thema Wohnen und Nachbarschaft in der Zukunft. Der Anteil der Älteren steigt und viele möchten möglichst lange in den eigenen vier Wänden wohnen bleiben. Ein gutes Beispiel ist das Projekt des Mehrgenerationenwohnens, wie es z.B. die Hausgemeinschaft in der Probstheidaer Straße 91 pflegt. Mit dem Projekt wurden die Bewohner nun auch von ihrer Wohnungsgenossenschaft als „Gute Adresse 2011“ ausgezeichnet.
Michaela Potthoff, langjährige Hausbewohnerin: „In unserem Haus sind alle Altersgruppen vertreten – vom Baby bis zum Rentner. Ob das gemeinsame Grillen im Sommer, das Borgen von Werkzeug, das Tragen von Einkäufen oder auch mal die Abnahme der Wäsche für die Nachbarn, wenn ein Regenschauer droht, wir fühlen uns als Großfamilie und das Leben wir jeden Tag. Über die Verleihung der Guten Adresse 2011 durch die VLW haben wir uns sehr gefreut.“ Das Zusammengehörigkeitsgefühl sei den Bewohnern wichtig, unterstreicht auch Sebastian Eiche, der mit Frau und zwei Kindern im Erdgeschoss des Hauses wohnt und zu den jüngeren Mietern des Hauses gehört. „Wenn jemand Hilfe braucht, fasst man gerne mit an“, sagt er und ergänzt: „Wir leben nicht nur neben- sondern miteinander.“
Das Rezept für ein Miteinander der Generationen bedeutet Nähe und Distanz gleichzeitig zu ermöglichen. Heutzutage baut das nachbarschaftliche Miteinander nicht mehr auf Sozialkontrolle, sondern eher auf ein freiwilliges Miteinander. Für die Bewohner der Hausnummer 91 ist das klar und umso mehr freuen sie sich über die Auszeichnung, die nun auch seit kurzem, gut sichtbar, neben der Eingangstür angebracht ist.


